Geschichte 1896 bis 1945

Die Geschichte der Feuerwehr Mengen begann am 30. Oktober des Jahres 1868.
Bereits einige Jahre nachdem in Deutschland begonnen wurde, organisierte Brandschutztruppen aufzustellen, gründeten auch in Mengen 71 Mengener Bürger für ihren Ort ein Feuerwehrcorps.Die Tatsache, daß sich so viele Männer bereit fanden die Gründung der Feuerwehr mit zu vollziehen, rührte von einem zurückliegenden Großbrand her, der in der Breisgauer Zeitung am 19. Oktober 1868 so beschrieben wurde:

„Wir haben eine schreckensvolle Nacht hinter uns. Um 1 Uhr ertönten die Sturmglocken und eine furchtbare Feuersäule stieg zum Himmel. Das Feuer brach in der Scheuer des Johann Georg Häferlin ( heute Robert Oettle ) aus und erfaßte sofort auch die nebenanstoßende Scheuer des Altbürgermeisters Georg Pfistner ( heute Hermann Maier ) und verbreitete sich sodann gleichzeitig auf die Wohnhäuser und Nebengebäude der Genannten. Beide Scheuern hatten eine beträchtliche Größe und waren voll mit Frucht gefüllt. Welche colossalen Flammen von den Gebäudlichkeiten aufloderten, läßt sich leicht denken“.

Die Zeitung berichtet weiter, daß noch größerer Schaden nur durch das beherzte eingreifen verschiedenster Mannschaften mit ihren Feuerspritzen verhindert werden konnten. Von den Nachbarorten und aus Orten bis auf 2 Stunden Entfernung traf Hilfe für die Geschädigten ein. Zuletzt waren 15 Mannschaften vor Ort. Die überzeugende Art und Schnelligkeit, sowie die Organisation solch ein Feuer zu bekämpfen erstaunte die Mengener Bürger derart, daß auch sie über die Gründung einer eigenen Wehr nachdachten.

Am 30. Oktober wurde die Gründung dann vollzogen und vom „Großen Bürgerausschuß“ des Großherzoglichen Bezirksamt Freiburg am 08.12.1868 genehmigt. Das frisch gegründete Feuerwehrcorps mußte nur zwei Tage nach seiner Gründung bereits seine Feuertaufe bestehen, als es zu einem weiteren, wie sich dann später herausstellte, gelegten Brand kam.
Bis zum Jahre 1882 wurden lediglich Stammlisten geführt, ein Protokoll vom 31. Januar des Jahres 1882 unterzeichneten Ernst Engler als Hauptmann sowie Friedrich Fünfgeld als Schriftführer und sechs weitere Männer.
In den nächsten Jahren, ist in den Protokollen neben Disziplinarstrafen für „zu spät kommen, unanständiges Benehmen“ usw., auch über die Anschaffungen von Uniformen, welche vom jeweiligen Träger selbst bezahlt wurden, zu lesen.Die Wehr bestand Ausgangs des 19. Jahrhunderts, nach Aussagen unserer ältesten Bürger, aus folgenden Gruppierungen: Es gab eine Löschmannschaft, zwei Leitermannschaften und eine Pumpenmannschaft welche zwei Pumpen bedienten. Die noch reine Druckpumpe, welche mit Wasser aus Gewässern befüllt wurde, wurde bald durch eine selbstansaugende Pumpe ersetzt.

Im Jahre 1897 wurde eine Fahne angeschafft (siehe rechts), welche die Embleme der Feuerwehr Mengen zeigte. An Kaisers oder Großherzogs Geburtstag wurde, die Fahne voran, zum Gottesdienst marschiert.
Nach dem 2. Weltkrieg, also nur rund 48 Jahre später, wurde die Fahne, wie so Vieles, als Kriegsbeute von den Alliierten mitgenommen. Über ihren Verbleib ist leider nichts bekannt.

Am 04.10.1903 stellte die Feuerwehr Mengen den Antrag zur Aufnahme in den Badischen Landesfeuerwehrverein, welche am 22.02.1904 bestätigt wurde.
Im Jahre 1912 verbesserte sich die Brandbekämpfung durch den Bau eines Wasserversorgungsnetzes im Dorf schlagartig und die Ausrüstung der Wehr wurde um einen Hydrantenwagen ergänzt.
Der erste Kommandowechsel vollzog sich ebenfalls 1912. Karl Friedrich Meier, Englers Nachfolger mußte jedoch, wie die meisten der Wehrmänner, 1914 in den ersten Weltkrieg ziehen. Im Dorf verblieb lediglich eine kleine Nottruppe. Im Jahre 1919 fanden sich die alten Wehrmänner mit 28 neuen Kameraden zusammen.
In den kommenden Jahren mauserte sich die Wehr durch Übungen und erfolgreich bekämpfte Brände zu einer gut harmonierenden Truppe. Auch begann man die Wehr durch zusätzliche Ausbildungen wie Sanitätsdienst oder im Umgang mit Strom zu verbessern.
Die zahlreichen Brandschäden, welche in den Jahren bis 1930 von der Gebäudeversicherung recht unkompliziert bezahlt wurden, reduzierten sich schlagartig, als die Polizei begann, die Brandursachen zu ermitteln.
Die am 30.01.1933 erfolgte „Machtübernahme“ der Nationalsozialisten hatte auch auf die Feuerwehr Mengen Auswirkungen. Mit Gesetz vom 15.12.1933 wurden die Feuerwehren zunächst in Preußen, dann ab dem 12.01.1936 in ganz Deutschland den Ortspolizeibehörden unterstellt und in Feuerlöschpolizei, mit neuer Satzung, umbenannt. Dies geschah in Mengen am 23.09.1936 durch Bezirksbrandmeister Brugger. Mit dem neuen Reichsfeuerlöschgesetz wurde die Feuerwehr in die Zuständigkeit des Reichsministers des Inneren eingegliedert, welche sie zu Hilfspolizeitruppen machte. Mit der vom Reichsminister für Inneres geforderten Stärke von 66 Mann, welch für verschiedene Positionen benötigt wurden, hatte man in Mengen Probleme, so daß 7 Mann verpflichtet werden mußten. Weiter war die Forderung, daß jeder Mann an jedem Posten einsetzbar sein muß.

Zurück zur Übersicht…