Geschichte 1945 bis 1996

Als gegen Ende des Krieges fast keine Männer mehr im Dorf waren, formierte sich eine kleine, aus ca. 15 Mädchen bestehende Frauenlöschtruppe unter Leitung des damaligen Kommandanten Max Gugel und Hedwig Hug geb. Jakob. Zwar hatte die Frauenmannschaft keine ernsthaften Einsätze, sie war aber trotzdem mit viel Eifer und Übungen daran ihren Dienst auszuführen.
Die durch die französische Besatzungsmacht aufgelöste Feuerlöschpolizei wurde 1945 als Feuerwehr mit lediglich 9 erlaubten Mann unter dem Kommando von Wilhelm Gugel wieder zugelassen. In den darauf folgenden Jahren wurde das Reglement zunehmend gelockert und die Feuerwehr füllte sich vor allem mit Kriegsheimkehrern wieder auf.

In den Jahren 1950 bis 1959 waren nicht mehr so viele Einsätze zu bewältigen. Trotzdem wurde die Wehr weiter aufgerüstet. Der Pumpenwagen wurde bereits an einen Traktor angehängt und die alte Motorpumpe 1957 durch eine neue TS8 ersetzt.
1963 übernahm Fritz Geigele das Kommando von seinem Vorgänger Wilhelm Gugel, welcher für seine Verdienste beim Wiederaufbau der Wehr nach dem Kriege, 1973 zum Ehrenkommandant ernannt wurde.
Zwei Tage vor Heilig Abend im Jahre 1970, durfte sich die Feuerwehr ihr Weihnachtsgeschenk in Bad Friedrichshall bei der Firma Bachert abholen. Ein neues LF 8 auf einem Mercedes Fahrgestell stand dort bereit. Die Feuerwehrmänner hatten der Gemeinde hierzu 4.500 DM aus ihrer Kameradschaftskasse gestiftet.

1976 wurde bereits unter der Leitung des Kommandanten Fritz Geigele damit begonnen, den damaligen, gemeindeeigenen Farrenstall aufzuräumen und auszubeinen. Unter tatkräftiger Mithilfe aller Kameraden konnte ein Gerätehaus und ein Feuerwehrheim hergerichtet werden, welches 1978 fertiggestellt und anläßlich des 110- jährigen Jubiläums der Wehr vom 08. – 10.09.1978 feierlich eingeweiht werden.

Viele größere und kleinere Brände wie z.B. der Scheunenbrand 1964 bei Karl Kiechle, 1966 ein Dachstuhlbrand im Pfarrhaus, 1971 Scheunenbrand im Anwesen Väßin und 1974 der Brand auf dem Zimberhof sind in den Jahren bis 1979 erwähnt. Die größte Brandkatastrophe ereignete sich jedoch am 31.Juli 1979 im Hofgut Kaltenbach in Schallstadt, zu welcher neben vielen Nachbarwehren auch die Mengener Wehr gerufen wurde. Zu Beginn des Jahres 1978 übernahm unser heutiger Ehrenkommandant Rolf Oettle das Kommando von seinem Vorgänger.

Die am 01.01.1975 vollzogene Gemeindereform mit dem Zusammenschluß der Gemeinden Schallstadt, Wolfenweiler und Mengen, brachte der Feuerwehr 1978 eine grundlegende Neuerung. Die selbständige Mengener Wehr wurde aufgehoben und als Abteilungswehr der Gesamtfeuerwehr Schallstadt unter Gesamtkommandant Bruno Kaiser unterstellt.

Ebenfalls 1978 fand der erste offizielle Besuch unserer Partnerwehr Neudorf bei Kiel statt. Die schon 1977 aufgenommenen Kontakte wurden mit diesem Besuch so vertieft, daß es schon bald zu einer Gegeneinladung kam, welcher die Wehr am 23.08.1979 folgte. Die Begegnungen fielen bei den Besuchen so herzlich aus, daß die Feuerwehr Neudorf am 16.05.1980 die Patenschaft für unsere neue Fahne übernahm.

Die Fahne , welche auf der Vorderseite das Mengener Wappen und den Text „Freiwillige Feuerwehr Mengen 1868 – 1980“ sowie auf der Rückseite die Mengener Kirche und unser Motto „Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr“ zeigt, wurde mit einem Festgottesdienst und anschließendem Festakt in der Halle geweiht.

Auch bestehen seit dem Jahre 1979 partnerschaftliche Beziehungen zur Feuerwehr Wollbach im Kandertal, durch welche auch unsere Freundschaft zur Feuerwehr Burnhaupt le Haut im benachbarten Elsaß entstanden. Zu den Sapeur Pompiers aus Burnhaupt le Haut unterhalten wir seit 1985 sehr gute Kontakte.

Im Jahre 1981 bereits konnte der Fahrzeugbestand um ein Mannschaftstransportwagen erweitert werden. Ein durch Brand beschädigter VW- Kombi unseres stellv. Kommandanten Wilhelm Kromer, wurde von Feuerwehrmännern wieder hergerichtet und in Dienst gestellt.

Im Jahre 1982 und im darauffolgenden Jahr war die Feuerwehr mit einer anderen Art Einsatz beschäftigt. Es galt Hochwässer zu beseitigen, welche sich zum Teil über Tage hinstreckten und einen intensiven Einsatz forderten.

Vom 15.-17.06 1983 konnte, nach einigen hundert Arbeitsstunden, die Erweiterung des Gerätehauses um einen Anbau und zwei Garagen, mit einem Hock am Gerätehaus gefeiert werden. Ebenfalls 1983 belegten alle Kameraden den neu definierten Lehrgang „Trupp-Mann“ sowie einen „Erste- Hilfe Kurs“. In der Generalversammlung des Jahres 1983 übernahm Manfred Stöhr den stellv. Kommandantenposten von Wilhelm Kromer.

Einen weiteren Zugang zu unserem Fahrzeugbestand verzeichneten wir im Jahre 1984, als wir von unserem Kameraden Gerhard Lai eine Feldküche bekamen, welche er restauriert hatte. Seither war diese Feldküche an vielen nicht feuerwehrtypischen „Einsätzen“ beteiligt.

Ebenfalls im Jahre 1984 ergänzten wir, durch die Unterstützung unseres Kameraden Gerhard Lai, unseren Fahrzeugbestand um ein Tanklöschfahrzeug TLF 8/8 aus dem Bestand des Katastrophenschutz. Dieses Fahrzeug brachte mit seinem 800l Tank und der Schnellangriffseinrichtung einen wesentlichen Vorteil. Man war nicht mehr an eine Wasserversorgung gebunden und hatte in den ersten Minuten eines Einsatzes bereits Wasser zur Verfügung, was bei Bränden außerhalb des Dorfes, oder bei beginnenden Wohnungsbränden einen klaren Vorteil brachte. Kameraden auf dem nachrückenden Löschgruppenfahrzeug LF8 konnten dann die Wasserversorgung aufbauen und anschließend den Löschangriff unterstützen.

In der Generalversammlung am 30.01.1988 stellte Rolf Oettle sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zu Verfügung. Als Nachfolger wurde sein Stellvertreter Manfred Stöhr gewählt. Der neue Stellvertreter wurde Otto Müller. In dieser Generalversammlung sprach unser Kamerad Gerhard Lai, der seit 01.01.1986 das Amt des Kreisbrandmeister begleitet, das Nachwuchsroblem der Mengener Wehr an. Man sollte mit einer Jugendfeuerwehr den Grundstein für den Nachwuchs bilden. Als der junge Thomas Ingold bei Gerhard Lai anfragte, wann eine Jugendfeuerwehr gegründet werde, sagte Gerhard Lai ihm, daß er 9 Jungs bringen sollte. Dies tat er und am 04.09.1988 fand die Gründungsversammlung im Alemannenhof statt. Die Feuerwehr Mengen hatte nun eine offizielle Jugendfeuerwehr, deren erste Jugendwarte Thomas Stöhr und Bernhard Riesterer waren.

Am 01.07.1989 wurde der alte Mannschaftstransportwagen ( MTW ) gegen einen neuen ersetzt.

Am 01.11.1991 konnten wir bereits von den Früchten einer gut funktionierenden Jugendarbeit profitieren. Daniel Weis konnte als erster Jugendfeuwerwehrmann in die Aktive Wehr übernommen werden, wo er zur Unterstützung des bisherigen Jugendwartes Thomas Stöhr eingesetzt wurde.

Nachdem der Feuerwehrhock einige Male an der Schule abgehalten wurde, ist die Feuerwehr seit dem Beginn des Alemannenhocks 1991 rund um das Mengener Rathaus, mit ihrer Laube im Feuerwehrhof maßgeblich beteiligt.

1993 begingen wir die 125- Jahrfeier mit einem Festbankett, und einem Fest mit und für die Bevölkerung, welche von einer großen Fahrzeugschau gekrönt wurde.

1994 übernahmen Thomas Ingold und Martin Schönleber die Jugendfeuerwehr von ihrem Vorgänger Daniel Weis. Nach einer Eingewöhnungsphase der neuen Jugendwarte begannen sie die Jugendfeuerwehr für die Teilnahme am Bundeswettbewerb vorzubereiten. Nach erstem Erfolg 1996 beim Kreisentscheid in Emmendingen ( 2. Platz ), konnte man beim Landesentscheid ebenfalls 1996 in Breisach wieder den 2. Platz belegen. Mit dieser Qualifikation war die Jugendfeuerwehr nun berechtigt das Land Baden Württemberg beim Bundesentscheid 1997 in Dresden zu vertreten. Hier errang die JF den 18. Platz. Man nahm jedoch von dieser Fahrt mehr als nur eine erfolgreiche Jugendfeuerwehr mit nach Hause. Man hatte mit der Feuerwehr Possendorf in Sachsen bei einem Kameradschaftsabend freundschaftliche Beziehungen begonnen.